Ein Tag im Waldkindergarten

Einige von euch haben sich ein Blogbeitrag über den Tagesablauf im Waldkindergarten gewünscht, worüber ich euch heute sehr gerne berichten möchte, denn ich bin SEHR begeistert vom Konzept des Waldkindergartens! =) ♥

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Ready to go!

Fangen wir doch mit unserem Morgen an: Um 6 Uhr klingelt der Wecker – zwei Kinder inkl. Baby zurechtmachen dauert seine Zeit und wir wollen pünktlich um 8:30 Uhr im Wald sein. Mia bekommt je nach Wetterlage ihre Funktionskleidung für den Wald an, wobei die Matschhose die letzte Zeit Gold wert war!  😀 Es gibt eine Brotdose (gesund und ohne Verpackungsmüll!) mit und einen feuchten Waschlappen. Dann noch die Emil-Trinkflasche aus Glas, die richtig klasse ist! Rucksack auf den Rücken (wir haben den Deuter Waldfuchs) und ab zum Auto!

Ein Kindergartentag im Wald

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Bringzeit ist von 08:30 Uhr bis 09:00 Uhr, wobei ich es am besten finde, wenn Mia gleich um halb 9 da ist. Schließlich hole ich sie spätestens um 12:30 Uhr wieder ab – derzeit noch etwas früher, wegen der Eingewöhnungszeit. Ich fahre mit ihr etwa 5 Kilometer bis zum Kindergarten und parke das Auto am Wald. Wir gehen dann immer noch ein Stück bis zum Treffpunkt am Bauwagen und das ist morgens richtig schön im Wald. =)

Die beiden Erzieher (ich hasse das Wort!) Mitarbeiter begrüßen Mia und integrieren sie direkt in irgendeine Aufgabe mit ein. Mia braucht direkt Anschluss, damit ich gehen darf. Sonst lässt sie mich dort nicht weg.  😉 Ich bleibe meist noch ein paar Minuten und gehe dann. Mia macht dann schon irgendwas Tolles: Malen, Pflanzen mit der Kindergärtnerin bestimmen oder was Basteln. Schnell flitze ich mit Emmi im Gepäck zurück zum Auto und hoffe, dass niemand anruft. Passierte bisher aber nur einmal. =) Im Kindergarten geht es dann so weiter: Sobald alle Kinder angekommen sind, wird ein Morgenkreis gemacht. Dort wird gesungen, gespielt oder sich über bestimmte Themen unterhalten. Es wird auch immer eine Klangschale benutzt und die Kinder lauschen der Natur. Alle schließen dann die Augen und lauschen in den Wald hinein. Danach wird nachgefragt, was die Kinder gehört haben: Vögel, den Wind rauschen, das Quietschen der Bäume, ein Flugzeug?

Gefrühstückt wird an verschiedenen Stellen. Der Waldkindergarten hat dort am Waldplatz ein paar Tische gebaut, wo sie essen können oder sie essen bei Regen im Bauwagen. Vor dem Essen reinigen sich alle Kinder die Hände mit dem mitgegeben Waschlappen. Süß sind jetzt immer die Tischsprüche, die Mia mit nach Hause nimmt. ♥

Nach dem Essen folgt eine Freispielphase, wo die Kinder durch den Wald toben, klettern und die Natur entdecken dürfen. Natürlich werden auch gemeinsame Sachen mit den Kindern gemacht, so bauten sie neulich eine Höhle aus frischen Birkenzweigen oder einen Barfusspfad, sowie ein Mandala aus Ästen, Tannenzapfen und Moos. Total hübsch sah das aus! <3

Auf dem Bild oben seht ihr auch die Matschkuhle, die sie neulich gemeinsam mit Wasser füllen durften.  :mrgreen:

Außerdem werden immer wieder verschiedene Spiele mit den Kindern gespielt oder es gibt besonderen Besuch wie von der Zahnärztin und dem Ameisenexperten, der den Kindern den Ameisenhaufen vor Ort erklärt hat. Sowieso steht immer sehr viel Abwechselung auf dem Programm: Einmal die Woche ist z.B. Wandertag, wo unerforschte Waldstücke erforscht werden. Am letzten Kindergartentag vor den Ferien stand aber auch ein Ausflug in den Wildpark an. Sie machen echt schöne Sachen. =)

Dienstags ist immer Kochtag, da kochen sie im Kindergarten z.B. über dem Lagerfeuer. Ja die Kinder helfen mit beim Feuer machen und sie dürfen auch Sägen und Schnitzmesser benutzen!

Meine Kindergartenzeit kommt mir im Gegensatz zum Waldkindergarten richtig richtig langweilig voll! Die Kinder lernen so viel über die Natur und die Tiere, sie bekommen so viel Selbstständigkeit beigebracht, sind bei Wind und Wetter draußen und bringen auch so viel Fantasie mit nach Hause! Das ist wirklich ganz toll mit anzusehen.

Es wird nach dem Kindergartentag auch immer noch ein Abschlusskreis gemacht und ich war ganz entzückt: Da werden zum Teil Kinderlieder auf Plattdeutsch gesungen und die Kinder können das perfekt!  😆

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Ich bin jedenfalls immer richtig gespannt, was Mia erlebt hat, wenn ich sie um viertel nach 12 abhole. Übrigens: Falls ganz blödes Unwetter ist gibt es noch eine Notunterkunft (eine alte Mühle, die kindgerecht umgebaut wurde), wo die Kinder auch einen hübschen Mühlengarten mit Gemüsebeet haben. =) Einmal habe ich Mia abgeholt, die mit den anderen Kindern in Matschsachen im strömenden Regen gespielt hat. Und mit was für einer Freude!

Ich glaube ich könnte noch viel mehr schreiben, weil ich wirklich begeistert bin!

Ich hatte einen Schock, als ich letzten ein Gespräch mit einer Mutter mitbekam, wo diese von diesem Waldkindergarten abriet! Die Kinder würden dort verwahrlosen und die Erzieher sich nicht kümmern! Ja man bekommt ein dreckig gespieltes Kind mit nach Hause, aber das gehört doch total dazu! Und ich habe mehrere Tage mitgemacht und gesehen, wie toll auf jedes einzelne Kind, seine Interessen und Stärken eingegangen wird. Es geht hier sehr liebevoll zu! ♥

Falls ihr also die Möglichkeit eines Waldkindergartens nutzen könnt, probiert es unbedingt mit euren Kindern aus!!! Die Kinder lieben es und das ohne richtiges Spielzeug.  😀

wpid-img-20150723-wa0005.jpgÜbrigens kam jetzt endlich mal Buch mit Geschichten aus dem Waldkindergarten in den Buchhandel. Wurde sofort gekauft, wie ihr seht und bereits im Kindergarten vorgelesen. =)

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Jetzt ist es lang geworden.

Ich hoffe euch hat der Einblick in Mias Kindergartenalltag gefallen! =)

Interessieren euch noch weitere Themen zum Kindergarten? Zum Beispielt die Ausstattung für den Wald?

Autor: Mamamulle

Mamamulle heißt eigentlich Margareta Walter, ist 27 Jahre alt, frisch verheiratet und Mama von zwei zuckersüßen, oft aber furchtbar frechen Mädchen (*2012 & *2015). Wer lieb' ist darf mich auch "Maggy" nennen. Seit der Geburt unserer ersten Tochter gehört der Blog hier zum Familienalltag dazu und hält mich genauso auf Trapp wie die zwei Minimenschen Mia Lotta und Emmi.

12 Gedanken zu „Ein Tag im Waldkindergarten“

  1. Wenn man sein kind sauber aus dem Kindergarten holt, dann hat es nicht gespielt und nichts gelernt 🙂
    So sehe ich das bei meinen beiden Mädchen ♡
    Meine Mäuse gehn in einen kirchlichen Kindergarten (krippe) (hier gibt es nichts anderes) & wenn ich ehrlich bin, dann würde ich mich für einen waldkindergarten entscheiden, aber das einzige was mich nervt, dass sind die kirchenlieder (das ist echt nichts für mich, aber die kinder lieben es dort und haben ihren Spaß 😀 )
    Aber sie erkunden dort auch die naheliegenden Wälder und spielen gaanz normal 🙂 Nagut einen Kindergarten gibt es noch & da arbeitet meine Mama also oma der Kinder und für mich war es wichtig, dass die beiden auch woanders anschluss finden ohne immer zu der lieblingsoma zu laufen 😀

    1. Oh nein Kirchenlieder sind auch nichts für mich, aber da musst du wohl durch. *lach* Wenn es hier keinen Wald-Kiga gegebenhätte, wäre sie natürlich auch in einen „normalen“ Kiga gegangen. Bin aber ganz froh, sie hat viel Power! =D

      1. Sie gehen gottseidank nur 2x im monat in die Kirche 😀
        Zuhause pumpe ich die beiden lieber mit liedern von Rolf Zukowski voll hihi
        meine große liebt die Waldtage Montags und Donnerstags 😀 letztens bin ich mit den beiden Mäusen spazieren. .die große findet einen „Stein“ & hat 2 Minuten später losgeschrien, weil es doch eine weinbergschnecke war 😀 Typisch stadtkind 😀 ich finde Dörfer und Wälder perfekt für kinder 🙂

  2. Oh ja, das Thema Ausstattung interessiert mich 😊 Wir haben auch schon überlegt, wo wir den Küstenjungen anmelden. .. Hier in der Nähe gibt es einen Waldkindergarten, aber auch die Strand – Variante!

    Liebe Grüße, Küstenmami

  3. Ich finde so einen Waldkindergarten auch ganz toll. Leider gibt es bei uns hier in der Nähe keinen. Aber wir haben bei der Auswahl unserer Kita auch darauf geachtet, dass die Kinder möglichst viel und oft draußen sind. Daher gibt es ein großes Auengelände. Und es gibt bei uns auch einen Gemüsegarten, in dem die Kinder selbst Obst und Gemüse anbauen und im Herbst ernten und dann zum Erntedank die geernteten Dinge essen. Ich finde es auch superwichtig, dass die Kinder möglichst viele Möglichkeiten haben sich auszuprobieren – und ohne Schmutzigmachen hat man nicht gespielt 🙂

  4. Ich finde so einen Waldkindergarten toll, er wäre für meine Maus genau das Richtige. Leider gibt es nur in den Nachbargemeinden Waldkindergärten. Mir wäre das zum einen zuviel Fahrerei und zum anderen könnte ich bei den Zeiten nicht arbeiten.
    Meine Maus ist aber trotzdem immer dreckig 😉
    Wünsche Mia noch viel Spaß! Dass sie dich nicht weglässt, wird sich auch ändern, das sind immer Phasen. Wenn dann gerade die Phase dran ist, wo sich gleich losrennt ohne sich umzuschauen und ohne Tschüß zu sagen, ist es auch nicht recht 😉

  5. Meine Kinder sind ja schon groß, ich glaube, da gab es noch keinen Waldkindergarten.
    Aber finde das total toll, was du bisher so berichtet hast.
    Na, die Mutter, die so nen Blödsinn erzählt, das sind die, die ihr Kind nur abgeben, sofort weggehen und sich für nichts interessieren.

    Es gibt sicher Kinder, für die es wirklich nichts ist, einfach, weil auch zuhause nicht in die Natur gegangen wird und die Eltern selbst nichts mit anzufangen wissen.
    Aber das hört sich so schön an, was Mia dort alles machen kann. Den Spaß mit dem Spielen im Regen kann ich mir richtig vorstellen, Kinder lieben sowas und ich finde es klasse, wenn sie es dort dürfen. Klamotten kann man waschen und wenn sie nicht sauber werden… Pech, dann gibt es sie trotzdem noch wieder zum butschern an. Kann das nicht verstehen, dass sich da ne Mama dran stört. Schade für das Kind.

    LG Martina

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