Krankheit // wenn das Migränemonster durch deinen Körper tobt

Neulich erwischte es mich so richtig: ein Monster tobte sich von oben bis unten durch meinen Körper! Aber von vorne. Ein fürchterlicher Tag war das, der hätte so schön werden können, weil Wochenende war und die Sonne einen Sommertag im Mai versprach. Ich frühstückte ganz normal mit meinen Lieben in der Küche und beschloss dann mich ein bisschen in den Garten in die Sonne zu setzen, um dort gemütlich durch ein paar Werbeprospekte zu stöbern. Denkste.

Was stimmt mit mir nicht?
Was ist nur los?

Kaum sitze ich da zwei Minuten in der noch gar nicht so starken Sonne und zack verschwimmt mir alles vor den Augen und ich sehe verschwommen bzw. auf dem Papier fast nichts mehr. Kopfschmerzen ziehen auf und ich gebe auf und verziehe mich in mein Bett, um mich dort etwas zu regulieren. Geht bestimmt gleich weg dieses Geflimmer vor den Augen… nur mal eben schnell die Augen zu machen… nach zwei Stunden aufwachen… und… nicht ausgeruht sein, sondern in der Stirnregion mega Kopfschmerzen haben, war angesagt! Aber wie stechend und doll. Und nur da vorne. Krass, komisch, schmerzhaft. Das Licht, was durch die Fenster kam gab mir den Rest. Wie ein Vampir sehnte ich mich nach Dunkelheit und torkelte benebelt nach oben in das Zimmer meiner Tochter, wo man es als einziges Zimmer in der Wohnung hier dunkel machen kann. Also lag ich dort auf dem harten Boden und bemitleidete mich selber, weil es mir so komisch ging. Ja, was war eigentlich plötzlich los mit mir. Warum ging plötzlich gar nichts mehr?

Migräne – so viel schlimmer wie nur „Kopfschmerzen“

Ich versuchte irgendwie was in mein Smartphone (Werbelink) zu hauen. Bald schon dämmerte mir, was ich hatte: eine dicke Migräne! Ach du Heilige Scheiße, so fühlt sich das an? Leider meldete sich dann auch noch die Übelkeit, so dass ich mir nur noch den Windeleimer ran ziehen konnte. Übers Klo gebeugt ging gar nicht, denn der Geruch von unserem Klostein bereitete mir Übelkeit. Alles bereitete mir Übelkeit – der Geruch vom Essen in der Küche, der Geruch vom frischen Geschirrhandtuch, was ich mir nass kalt auf den Schädel haute, einfach alles stank und brachte mich fast zum Erbrechen. Irgendwann brachte der Mann mir eine Aspririn Complex (Werbelink), die mir den Kopfschmerz nehmen sollte. Mein Migräne erfahrener Nachbar gab nämlich den Tipp, dass nur Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure Abhilfe gegen den Kopfschmerz schaffen kann.

Wenn nichts hilft und die Außenreize zu viel sind

Ich ächzte ein Glas mit der darin aufgelösten Tablette runter (hallo Kotzkrampf!) und wartete leider erstmal vergeblich auf Linderung. Mir war so schlecht. Also blieb ich weiter im dunklen Zimmer auf dem Boden liegen und schlief Gott sei Dank erst mal ein. Nach einiger Zeit wachte ich auf und merkte, dass mein Verstand langsam klarer wurde. Die Symptome schwächten langsam ab und so traute ich mich auch wieder ans Tageslicht und in mein weiches Bett, wo ich noch eine Stunde liegen blieb, bis es mir bis auf Kopfschmerzen (aber aushaltbar) wieder besser ging.

Das Monster Migräne: so eine schlimme Krankheit!

Boah das war ganz ganz ganz doll heftig und auch Angst einflößend. Angst, weil du nichts tun kannst, als abzuwarten. Angst, weil du dich nicht um deine Kinder kümmern kannst – es geht einfach nicht. Angst, weil man nicht weiß, wie lange so ein Migräneanfall dauert. Angst, vor der Angst, dass ich sowas jetzt öfter bekomme und dann niemand für die Kinder da ist. Angst, weil die Kinder noch klein sind und das nicht gut verstehen, Angst vor der Sonne, denn ich denke dass das Stichwort „Lichtempfindlichkeit“ die Migräne ausgelöst hat. Spuckte mir zumindest auf die Schnelle das Internet aus. Manche Gerüche können sogar einen Anfall auslösen, wenn man geruchsempfindlich ist. Angst, weil ich nicht weiß, woher die Migräne auf einmal kam.

Migräne – ich will das nicht!

Das war nun mein erster Migräneanfall und ich habe mich direkt danach gefragt, was ich jetzt machen soll. Gleich zum Arzt? Mir Tabletten besorgen, die eventuell bei einem erneuten Anfall helfen können? Das Ganze nicht so ernst nehmen? Ich warte jetzt erstmal ab, meide auf jeden Fall die Sonne, weil das Übel da ja begann und hoffe darauf, nicht zu den dauerhaft Migräne geplagten zu gehören, denn Migräne lässt sich ganz schwer, wenn überhaupt irgendwie behandeln.

Ich bin so froh, dass mein Mann an diesem besagten Tag Zuhause war, denn es ist tatsächlich so, dass bei einem Migräne-Anfall nichts mehr geht. Es ist einfach mehr als ein Kopfschmerz – es treten so viele Begleiterscheinungen auf und man kriegt es mit normalen Mitteln nicht in den Griff. Das Schlimme ist auch, dass man noch Tage danach etwas von der Migräneattacke merkt, denn die Beschwerden klingen erst nach und nach ab und damit auch die Erschöpfung von dem Anfall. Bei mir blieb die nächsten drei Tage ein dumpfer Kopfschmerz im Hinterkopf zurück, der mich immer an den Horror erinnerte.

Migränepatienten ernst nehmen

Ich möchte mit diesem Post gerne etwas auf diese Krankheit aufmerksam machen, denn Migräne wird so oft belächelt und eben mit „Kopfschmerzen“ abgetan. Ich kann auch den Artikel von Iris und ihrem Bericht über einen Tag mit Migräne empfehlen, der es meiner Meinung nach sehr gut wiedergibt, denn genauso und nicht anders habe ich es empfunden. Auch sehr gut trifft es dieser Artikel einer leidenden Mutter. Das ist echt hart.

Ihr Lieben, falls jemand super duper Tipps bei Migräneanfällen hat, immer her damit!

Gibt es hier noch Geplagte?
Oder jemanden, der es in den letzten Jahres echt nur einmalig hatte?

In diesem Sinne: Migäne ist ein Arschloss und sie hat mir Angst gemacht. Gleichzeitig hat sie mir aber auch gezeigt, wie schön das Leben sein kann, denn sobald der Anfall überstanden war, habe ich meine Kinder an mich gerissen.

Danke für eure Geduld diesen Text zu lesen. ♥

Autor: Mamamulle

Mamamulle heißt eigentlich Margareta Walter, ist 27 Jahre alt, frisch verheiratet und Mama von zwei zuckersüßen, oft aber furchtbar frechen Mädchen (*2012 & *2015). Wer lieb' ist darf mich auch "Maggy" nennen. Seit der Geburt unserer ersten Tochter gehört der Blog hier zum Familienalltag dazu und hält mich genauso auf Trapp wie die zwei Minimenschen Mia Lotta und Emmi.

8 Gedanken zu „Krankheit // wenn das Migränemonster durch deinen Körper tobt“

  1. Huhu, Migräne ist wirklich furchtbar! Bei mir fing sie schon vor ein paar Jahren an, zur Zeit habe ich ganz selten die Anfälle. Das ist bei mir je nach Stresspegel :/
    Man macht in den Momenten echt die Hölle durch :/
    Mein Ein und Alles ist in den Momenten meine Schlafmaske von daydream mit Kühlakku!
    Liebe Grüße, Anna

  2. Hallo!
    Ich lebe seit ca 25 Jahren mit Migräne. Sie kommt ein bis zweimal im Monat und Schalter mich für ein bis zwei Tage aus. Durch das ständige Erbrechen bleiben auch keine Medikamente in mir.
    Ich bin Alleinerziehend und mein Sohn geht damit ganz toll um. Denn er kennt düse Gefühl. Er leidet selbst unter Migräne.
    Migräne ist in der Tat ein Arschloch. Aber mit einigen Dingen lernt man einfach zu leben.

    Ich hoffe sehr, dass es bei dir nur eine einmalige Migräne war und dass du zukünftig verschont bleibst.

    Liebste Grüße
    Sanni

  3. Ich habe Migräne seit ich drei bin! Mal geht es schneller vorbei, mal kommt es über mehrere Tage! Meine Tabletten haben mich meist so geschafft, dass ich dann gleich alles ohne gemacht habe! Das schlimmste ist, dass ich ja mit den beiden Mädels nicht hinlegen kann… also versuche ich das fast unmögliche und sie zu ignorieren! Was natürluch nicht wirklich toll klappt, vor allem weil ich auch immer ne schlimme Aura habe (das Augenflimmern). Ich habe einfach gelernt damit zu leben.

  4. Tut mir echt Leid, dass du einen Migräneanfall erflehen musstest. Ich habe auch seit Jahren Migräne, die aber sehr unregelmäßig auftaucht. Und wenn sie da ist, bin ich auch für zwei Tage erstmal im Bett. Es hilft nur ne Ibuprofen und schlafen.
    Auslöser ist bei mir oft Schlafmangel über einen längeren zeitraum und wenn ich zu wenig getrunken habe.
    Achte einfach mal darauf was du gemacht hast, wenn du wieder einen Migräneanfall bekommst.

  5. Oh du Arme. Ich hatte auch lange Jahre sehr oft Migräne, ausgelöst durch ein Rückenproblem. Kein Arzt konnte helfen. Seit ich sehr regelmäßig Yoga mache geht es besser, kommt nur noch ganz selten. Bei mir hilft nur Ibuprofen und schlafen. Hab keine Aura, mir ist dann übel bis zum Erbrechen. Migräne ist im wahrsten Sinn zum Kotzen!

  6. Ich hatte in beiden Schwangerschaften Migräne. In den ersten 6 Monate eigentlich wöchentlich je 2 Tage wo ich nur im Dunkeln lag und nichts tun konnte. Und da konnte ich ja nicht Mal irgendeine Tablette nehmen!!! Danach seltener und mit Geburt wie weggeblasen. Sehr seltsam. Aber ich bin froh, dass ich es „im Normalzustand“ nicht bekomme. Es geht einem so dreckig und man kann echt nichts machen oder sich um die Kinder kümmern! o.O
    Ich drücke dir die Daumen dass es einmalig war. Aber zum Arzt kannst du ja trotzdem Mal.
    LG
    Katja

  7. Hallo.Mir geht es leider auch so.Es fing irgendwann an nach der Geburt der Kinder.Ich weiß leider bis heute nicht was der Auslöser war.Der Arzt sagte Migränetagebuch führen dann weiß man mehr.Bin ich aber leider zu faul zu gewesen.Also wenn sie da ist,aufschreiben was man den Tag gemacht,gegessen usw hat,um eventuell den Auslöser zu finden.Da die Anfälle früher häufiger waren und mich meistens mit Nachwirkungen 3 Tage geschafft haben,überwies mich mein HA zum Neurologen.Dort wurden alle erforderlichen Tests gemacht um Migräne aufm Papier zu bestätigen.Probierte danach zur Vorsorge (1x täglich) verschiedene Tabletten aus.Mittlerweile bin ich bei Metoprolol100 gelandet und nehme das seit Jahren zur Migränevorbeugung täglich,morgens+abends eine halbe.Sie haben halt auch die Wirkung den Blutdruck zu senken und da ich eh eher immer niedrigen habe wurde die 1 halt geteilt auf 2x ne halbe.Seitdem hab ich,wenn überhaupt, höchstens 1 Anfall im Monat.Und da mir im Anfall keine Sorte SchmerzTabletten geholfen haben,auch nichts brachten wg der Kotzerei,wurden es Indometacin Zäpfchen.Unangenehm 😏aber einzig hilfreich.Laut Doc sehr stark,deswegen auch in Zäpfchen Art um den Magen zu schonen.Ich kann beim Anfall auch keine Gerüche,kein Licht,keine Sonne,kein Lärm,keine Wärme ab.Zäpfchen nehmen,hinlegen (sonst will es wd raus 😂),Zimmer abdunkeln und schlafen.Danach war ich zwar immer sehr aufgeregt und hibbelig,aber die klopfenden, stechenden Schmerzen waren weg.Da mein Mann auch immer auf Montage war und ich mit 2 Kindern allein,kann man sich 3 Tage flach mit Migräne liegen leider nich leisten 😢.
    LG Anke

  8. Hey 🙂
    Puh, das war aber ein fürchterlicher Snfall.:( Ich drücke dir die Daumen, dass es nicht wieder passiert!
    Ich kann dir bei Migräneanfällen Medikamente mit Triptanen empfehlen. Das sind z.B. Formigran oder Naratriptan. Diese sind zwar recht teuer, da nur zwei Tabletten in der Packung sind, bei sofortiger Einnahme bei den ersten Anzeichen, helfen sie bei mir aber zum Glück sehr gut. Ich bekomme sie mittlerweile vom Arzt verschrieben und deswegen sind sie sehr viel günstiger. Außerdem nehme ich Blutdrucktabletten, da meine Anfälle 8-10 Mal im Monat kamen und es hilft.:)
    Solltest du solch heftige Anfälle nun öfter bekommen, wurde ich zum Arzt gehen. Vorher werden die meisten Ärzte allerdings nicht viel machen wollen..
    Liebe Grüße
    Kristin

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